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FESTIVALSOMMER 2009

oder: Tanzen ist das neue Helga!

oder: Who The Fuck Is Oasis??

 

So, da bin ich mal wieder. Seit langem.

Aber ich kann auch einiges - wie ich finde - Interessantes berichten. Mein Festivalsommer ist vorbei. Er bestand aus 2 Festivals: Open Flair und Rock am See. Wobei die beiden eigentlich das komplette Gegenteil darstellen: Das Open Flair ging 4 Tage lang, Rock am See war nur eintägig. Trotzdem waren beide auf ihre Art toll, wobei ich sagen muss, dass bei Open Flair sehr viel mehr Festival-Atmosphäre herrschte, Rock am See war für mich eher wie ein langes Konzert mit vielen tollen Bands. Dort haben wir ja aber auch nicht gezeltet. Aber der Reihe nach.

Open Flair

Donnerstags begann das Festival und wir reisten bereits mittwochs an. Wir sind 2 Mädels und 2 Jungs aus dem schönn Mainz. Kaum waren wir auf dem Zeltplatz angkommen und hatten uns eine schöne Stelle gesucht, wurden wir schon von unseren zukünftigen Zeltnachbarn begrüßt. Das war eine Gruppe aus vier Jungs aus dem hohen Norden, aus Glücksstadt. Sie halfen uns beim Aufbau unseres Pavillons und von da an haben wir eigentlich das gesamte Festival zusammen verbracht. Da am Mittwoch Abend noch keine Band spielte, verbrachten wir diesen alle ein bisschen betrunkn auf dem Zeltplatz und versuchten den anderen Festivalbesuchern unser neues "Helga" beizubringen. Einer unserer neuen Freunde hatte die Idee gehabt, beim Ruf "Tanzen!" bescheuert hüpfend herumzutanzen und das auf dem ganzen Festival zu verbreiten. Das taten wir dann nach Kräften und machten uns damit bei einigen anderen Zeltnachbarn erstmal unbeliebt. Es gab aber auch einige, die das übernahmen.
Am Donnerstag waren wir erstmal im sogenannten "Badesee" schwimmen. Nur komisch, dass da überall "Baden verboten"-Schilder standen und es so gar nicht nach Badesee aussah. Uns und die anderen Festivalbesucher hat das aber nicht gestört.

Danach waren nur ein paar Bands dran, die noch nicht auf dem richtigen Festivalgeländ spielten, sondern auf der Seebühne, auch Red Bull Bus genannt. Das war nämlich ein auf retro gemachter Bus mit dem Red Bull Logo drauf, auf dessen Dach die Bands dann auftraten. Als erstes waren One Fine Day dran, die ich schon als Vorband der Subways kannte. Sie rockten ganz gut, dafür dass es mittags und sehr heiß war. Während einer kurzen Pause machten wir unser "tanzen", was uns gleich in Lob von One Fine Day einbrachte: "Die da hinten sind cool, die tanzen sogar ohne Musik!" Bei der Autogrammstunde danach war die Band auch sehr nett und baute unser Tanzen auch in ihren Vlog ein:
http://www.youtube.com/watch?v=9l2GUp0Xrp4&feature=channel_page

Zu Emil Bulls danach kann ich nichts sagen, ich hab sie mir zwar angeschaut und -gehört, aber es ist einfach nicht mein Musikgeschmack. Was ich so von Fans gehört habe, waren die aber zufrieden. Na dann
Dann waren Itchy Poopzkid an der Reihe. Die haben mir wirklich gut gefallen, haben wirklich gerockt. Sehr cool war, wie Sibby einen Gitarrenkoffer auf die Menge geworfen hat und daraf dann sein Gitarrensolo gespielt hat.
Auch bei der Autogrammstunde waren die Jungs sehr nett und sympathisch.

Jennifer Rostock danach habe ich mir dann nicht gegeben, die Jungs fanden sie aber toll.

Am Freitag ging es dann schon früher los. Unsere erste Anlaufstelle waren die Baddies. Ein relativ unbekannte englische Band (eine von nur wenigen nicht-deutschen Bands!) noch ohne Album auf der kleineren ühne zur Mittagszeit - kaum jemand bequemte sich aufzustehen, als die Musiker die Bühne betraten. So sicherten wir uns einfach mal die erste Reihe. Und konnten schön mit abgehen und -tanzen, die Musik war nämlich wirklich gut und die Baddies ließen sich vom etwas lahmen Publikum nicht beirren. Danach kauften wir uns noch die CD ihrer neusten Single Holler For My Holiday, die uns der nette Sänger noch signierte und außerdem unsere Vermutung bestätigte, dass er und der Schagzeuger Zwillingsbrüder sind. Ein richtig sympathischer Auftritt, der total Spaß gemacht hat!

Danach kamen die Kilians, bei denen wir dann ja schon in der ersten Reihe standen und deren Musik ich eigentlich auch sehr mag, nur der Auftritt war ziemlich lahm und ehrlich gesagt mag ich die Art des Sängers nicht, da er irgendwie pseudo-cool wirkt, weil er sich nicht entscheiden kann, ob er lieber der liebe nett Junge von nebenan oder ein arroganter Macho ist.
Direkt im Anschluss kamen dann die Subways. Die Band war für mich ein Grund dafür, zu dem Festival zu fahren und sie wurden den Ansprüchen gerecht und liferten wie immer eine tolle Show ab. Es war das dritte Mal, dass ich sie gesehen habe und jedes Mal waren sie wirklich gut, leider ist es immer gleich. Das war das einzig negative an ihrem Auftritt.
 
Am späten Abend spielte dann noch die Mediengruppe Telekommander auf dem Red Bull Tourbus, allerdings mit einer halben Stunde Verspätung, wegen technischer Probleme. Ich kannte sie vorher nicht, fand ihre Musik aber ziemlich cool. Electro mit kritischen deutschen Texten. Trotz technischer Einschränkungen hörte sich das ziemlich gut an.

Der nächste Tag begann musikalisch mit Zebrahead, einer Crossover-Punkband, die auch ziemlich abgingen. Mein bester Freund fing sogar einen der Drumsticks.

(Ali Tabatabaee, der Rapper von Zebrahead)

Danach ging's für die, die keine Lust auf Dog Eat Dog hatten, zurück zum Zeltplatz. Da wartete am späten Nachmittag eine böse Überraschung auf uns.
Nach heftigen Windböen, die fast unseren Pavillon mitgenommen hätten, begann es wie aus Eimern zu schütten und das 1 1/2 Stunden lang. Das Gewitter hatte uns zum Glück nicht voll erwischt, wir bekamen nur den Regen ab, der es aber auch in sich hatte. Deshalb verpasste ich Clueso auf den ich mich eigentlich ziemlich gefreut hatte.
Bei Maximo Park war es zum Glück schon wieder ziemlich trocken. Obwohl ich nur das zweite Album wirklich kannte, überzugte mich der Auftritt total. Da können die anderen sich noch so oft beschweren, dass Paul Smith zu viel allein macht und der Rest der Band zu passiv ist, Maximo Park waren einfach geil! Ich hatte sie zwar letztes Jahr beim Southside schon gesehen, aber dieser Auftritt beim Open Flair hat mich voll mitgerissen. Danach habe ich mir erstmal die anderen beiden Alben gekauft. Eigentlich waren Maximo Park für mich damit der Höhepunkt des Abends.

Aber die Auflistung vom Sonntag hatte es natürlich auch extrem in sich.
Zuerst waren wir bei Olli Schulz. Und auch der war eine Überraschung! Ich geb zu, ich hatte einige Vorurteile vorher, vom armen Mann der Deprisongs singt und dann war da doch noch der Bibo vom Eurovision Song Contest... Aber den spielte er nicht und seine Liedansagen und die Gespräche mit dem Publikum waren so witzig, da musste jeder lachen. Am besten: "Ich hasse es, wenn die Bands gerade erst auf die Bühne gekommen sind, noch nichts abgeliefert haben und dann fragen, ob die Zuschauer gut drauf sind. Ich finde, das müssen wir mal ändern. Ich frage euch jetzt, ob ihr gut drauf seid und dann antwortet ihr mit 'Nö'. Aber nicht so 'Nööö' gröhlen, sondern einfach 'Nö.'"
Und das haben wir dann auch gemacht. Das hört sich so cool an, wenn das ganze Publikum im Chor einfach "Nö sagt.
Seine Story, wie er bei einem Festival einfach von Mando Diaos Schnitzeln gegessen hatte und dem wütenden Manager dann "your mother is the boss" gesagt hat, fand sogar ich als Mando Diao Fan lustig.
Auf dem Bild tanzt er übrigens mit einer Dame aus dem Publikum zu "Was macht man bloß mit diesem Jungen?"


Weiter ging es für uns dann am frühen Abend mit Flogging Molly. Noch eine Überraschung dieses Festivals. Ich kannte vorher nur "Float", doch auch die anderen Lieder konnten mich überzeugen und das Publikum ging sowieso ab. Kein Pogo, nur torkelndes Herumtanzen war angesagt und machte richtig Spaß.

(Dave und Bridget King, falls es wen intressiert, die beiden sind verheiratet und erwarten ein Kind^^)

 
Danach waren dann die Festival-Headliner an der Reihe. Gut, wenn man nach den Plakaten geht, waren u.a. Flogging Molly und Maximo Park gleichbrechtigte Headliner, ich spreche hier abr vom Bekanntheitsgrad. Denn da sind Peter Fox und Deichkind wohl noch eine Liga höher, ob das berechtigt ist sei mal dahingestellt.
Zuerst also Peter Fox. Die Show war gut, gerade seine Drummer Cold Steel waren cool und obwohl ich nicht so der Fan von ihm und seiner Musik bin, fand ich es wirklich ganz gut. Da die Anzahl der Lieder von seinem Album nicht reichte, ließ er auch Miss Platnum singen (was ich nicht unbedingt gebraucht hätte) und sang auch ein paar Seeed-Lieder. Wozu ich nur sagen kann, dass es eine sehr gute Entscheidung ist, dass er jetzt rstmal mit Seeed weitermachen will. Die Songs gefallen mir nämlich um einiges besser.
(Peter Fox und Miss Platnum)
Und hier der Link zu einem Video von der Show von Cold Steel, das ich gemacht habe: http://www.youtube.com/watch?v=zFeq99jRTi0

Und dann ganz zum Schluss also Deichkind. Ich kannte vorher nur wenige Lieder, eigentlich nur Remmidemmi, Luftbahn und Dicker Bauch, auf dem Zeltplatz lernt ich bei diversen Zeltparties noch Arbeit nervt kennen.
All diese Lieder wurden zu meiner Freude auch gespielt und es war alles einfach eine riesengroße Party. Mann muss die Show nicht verstehen, auch nicht, warum das Introvideo vor dem Auftritt so ewig lang dauert und kaum etwas Sinnvolles zeigt, denn trotz allem kann man den Auftritt nur gut finden. Wenn sie mit ihrem Elektro-Hip Hop sogar bei Rock- und Punkfans ankommen, müssen sie ja irgendwas richtig machen. Da war zum Beispiel das Lied "23 Dohlen", das live einfach 1000mal geiler klingt als in der Studioversion.
Meiner Meinung nach war es der perfekte Abschluss für dieses tolle Festival!

So, und das ist mein Lieblingsfoto vom Zeltplatz. Vor der untergehenden Sonne haben die Dixieklos und die aufgehängte Gummipuppe doch schon fast etwas Ästhetisches!
 

Rock am See

Der Festivaltag begann für mich morgens um halb 6. Nach Dusche und Frühstück wurde ich dann von meiner Freundin angerufen: "Wir haben ein Problem."
Der Grund: Oasis, der Festivalheadliner, hatte sich, wie inzwischen witestgehend bekannt ist, in der Nacht vorher aufgelöst und die weiteren Konzerte abgesagt. Für mich ärgerlich, aber zu verschmerzen, da ich mich aufgrund des Gesamtpakets für das Festival entschieden hatte. Die Hälfte unserer Vierergruppe (die diesmal nur aus Mädels bestand) hatte dagegen nurfür Oasis die 57 Euro ausgegeben. Was also tun? Die zwei hofften dann erstmal, dass sie ihren Eintrittspreis erstattet bekommen würden, fuhren sicherheitshalber aber mit. Auf der offiziellen Homepage des Festivals gab es noch gar keine Information und beim Veranstalter ging niemand ans Telefon. Relativ deprimiert fuhren wir also die 4 Stunden nach Konstanz, dabei immer wieder über Oasis ablästernd.
Dort angekommen, erkundigten wir uns zuallererst bei dem dort eingeteilten Personal, wie das denn jetzt aussehen würde, mit dem Programm und so weiter. Und dann die Überraschung: "Es wird alles so bleiben wie geplant, weil Deep Purple anstatt Oasis spielen wird."
Deep Purple? Ja genau, Deep Purple. Die mit Smoke on the Water. Wir mussten zuerst mal lachen. Aber das gab es auf dem Festivalgelände dann noch einmal schriftlich:
 

Um es mal vorwegzunehmen: mir haben im Endeffekt Oasis gar nicht wirklich gefehlt. Aber jetzt schön der Reihe nach.

Kilians

Ja, die schon wieder. Wie bei den meisten Festivals gab es auch bei Rock am See vor der Bühne einen extra abgesperrten Bereich (wozu sie das machen, versteh ich immer noch nicht, schließlich entsteht dadurch nur unnötiges Gedränge, aber sogar nachdem mir einer der Ordner auf diese Frage irgendwas von einer "Sicherheitszone" erzählt hat, war ich da immer noch nicht schlauer) und die Kilians, die ja offiziell eröffneten, waren es uns nicht wert, uns da reinzudrängen, noch dazu wo wir erst kurz vorher angekommen waren. Außerdem hab ich sie ja jetzt insgesamt schon 4mal gesehen, also am häufigsten bis jetzt. So machten wir also eine Runde durch das Bodenseestadion, in dem das Festival stattfand und so als Begleitmusik war das doch ganz gut.
 

Sugarplum Fairy

Das dritte Mal, dass ich sie gesehen hab und das erste Mal auf einer großen Bühne. Leider war es Mittag und das Publikum war noch nicht so in Stimmung, deshalb war die Stimmung etwas mau, dabei waren die Jungs echt gut. Gingen richtig ab, ließen sich auch nicht von herunterfallenden Mikros beirren (irgndwie haben die damit immer Pech: in Aschaffenburg letztes Jahr hat Viktor das Mikro mal ins Publikum fallen lassen, in Wiesbaden ist das Mikro plötzlich ausgegangen und hier fiel es immer wieder aus der Halterung und hing nach unten, so dass Calle, der ja gleichzeitig noch Gitarre spielte, sich immer bücken musste um zu singen).
Schön war, dass sie aus allen ihren Alben gleichmäßig verteilt Songs ausgewählt hatten und sogar mit "You Made Me Fade" eine B-Seite spielten. Außerdm gab es wieder den Anfang von Oasis' "Wonderwall", was Sugarplum Fairy live eigentlich oft bringen, diesmal allerdings passte es natürlich noch ein bisschen besser.
Leider gaben sie ihren bisher wohl größten Hit "Sail Beyond Doubt" nicht zum Besten, dafür gab es aber das schöne und ruhige "Sweet Jackie", davon hier einen kurzen Ausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=mNsc7bNUX_A

(Carl Norén)

(sein kleiner Bruder Victor Norén)


The Sounds

Bis auf dass die Band auch aus Schweden kommt, wusste ich voher nichts über sie. Daher war ich überrascht, wie viele Fans auf einmal nach vorne drängten, da ich nicht wusste, dass sie so bekannt/beliebt sind. Obwohl ich im Allgemeinen Sängerinnen nicht so gern höre, wurde ich von ihrem Sound und ihrer Energie gleich in den Bann gezogen. Es war auch sehr lustig anzusehen, wie die Sängerin Maja Ivarsson mit ihren Reizen spielte und sich auf der Bühne an jeden ihrer Bandkollegen ranmachte. Ich merkte dann auch, dass ich ein Lied, nämlich "Painted by Numbers" sogar schon kannte. Insgesamt kann ich zu den Sounds also sagen, dass sie mich positiv überrascht haben, durch die überzeugende Musik und die gute Show.

(Felix Rodriquez & Maja Ivarsson)

(Jesper Anderberg)

Kasabian

Bei Kasabian standen, wir auf Drängen meiner Freundin, sehr weit vorne und es war schon ziemlich cool. Ich war ja der Meinung, dass sie die Songs live sehr gut umgesetzt hatten, sie meinte aber, dass einiges gefehlt hätte, was man live gar nicht so spielen könnte. Na gut, ich fands schon okay so. Leider hab ich zwei Schläge gegen den Kopf bekommen, denn manche der Festivalbesucher (hauptsächlich die männlichen) konnten sich beim Anblick der Bandmitglieder nicht beherrschen xD
Was mich ein bisschen wunderte war, war dass der Sänger Tom Meighan ziemlich ruhig war, die meiste Zeit wenn er nicht gerade singen musste, im Hintergrund saß und trank und kurz vor Ende vor dem Rest der Band die Bühne verließ. Angeblich hat er irgendwas wegen der Sonne gesagt, dass ich nicht gehört habe, vielleicht war er ja kurz davor einen Sonnenstich zu kriegen oder so.
Sehr nett war aber seine Reaktion gegnüber dem Publikum, er schien total begeistert zu sein von der Stimmung, hatte so ein glückliches Grinsen auf dem Gesicht und applaudierte die ganze Zeit in unsere Richtung.
Insgesamt hat mir das die Band sehr sympathisch gemacht

(Tom Meighan)

(Sergio Pizzorno)

(ein Livebegleiter der Band, der einfach so viel Ähnlichkeit mit Noel Gallagher hat^^)

The Hives

Bei den Hives ging es für uns erstmal raus aus dem vorderen Bereich. Das lag einfach daran, dass es ziemlich warm war und wir nichts mehr zu trinken hatten. Also erstmal 'ne Cola in einer Minute abziehen und noch aufs Klo gehen, bevor wir dann gegen Ende der Hives-Show wieder vor die Bühne gingen. Wir waren nicht die einzigen. O-Töne dazu von anderen Besuchern: "Das sind die Hives, wer hat die denn bitte noch nicht gesehen?" (äh ja ich bis dahin, hehe); "Ah, das sind die Hives, da dürft ihr doch nicht gehen." - "Wir müssen aber aufs Klo!" - "Das sind die Hives, scheißt aufs Klo!" - "Ja sowieso!"
Als wir dann aber schließlich wieder im Publikum waren, quetschten wir uns wieder ziemlich weit nach vorne und kamen dann zufälligerweise genau an die Stelle, an der daraufhin Howlin' Pelle Almqvist, der Sänger, auf das Gitter kletterte und seine Hände in die Menge streckte. Insgesamt feierte sich die Band extrem selbst, es war ziemlich lustig, und eigentlich schon so übertriben, dass es schon wieder wie Selbstironie rüberkam, was es eben vielleicht auch sein sollte.
Zitat Pelle: "You are such a great audience. So now applaud yourself! ... I know it's strange when you have to applaud yourself when you see The Hives. So now applaud The Hives!"
Auch die Zugabe sagte er an, in dem er den Ruf nach einer Zugabe forderte. Diese dauerte dann aber auch bestimmt eine Viertelstunde, da Howlin' einfach nicht genug "aahaahhs" des Publikums kriegen konnte und jedes Mal auf neue "1,2,3,4,5" rief und so die Zuschauer immer wieder anstachelte.
Ich musste die ganze Zeit lachen und fand es ziemlich cool



Mando Diao

Und dann kamen irgendwann die letzten Schweden und der gefühlte neue Headliner des Festivals: meine Lieblingsband. Ja, ich mag zwar sehr viele Bands und kann mich auch oft nicht entscheiden, wen ich besser finde, aber an der Spitze ist es klar. Seit 2006 stehen dort Mando Diao (Nada Surf und Sugarplum Fairy folgen auf den Plätzen - dahinter wirds dann chaotisch).
Da kann jede Zeitung schriebn was sie will, Mando Diao waren toll, wie immer, auch die Stimmung bei den Fans war grandios und außer ein paar merkwürdigen Schreiberlingen beschwerte sich auch niemand über den Akustikpart in der Mitte des Auftritts.  
"Dance With Somebody" streuten sie auch wieder genial inszeniert als Zugabe ein, darauf folgte dann auch noch "Down in the Past".
Auch die Aufteilung zwischen den Liedern ihrer 5 Alben war gelungen, von allen war etwas dabei. Nur etwas kurz war der Auftritt mit 75 Minuten, aber das war ja insgesamt so, die früheren Bands spielten teilweise sogar unter einer Stunde.
Im Endffekt waren Mando Diao dann für mich auch der Höhepunkt des Festivals, obwohl die anderen schon auch sehr stark waren.

(CJ - der Bassist, den ich inzwischen irgendwie am meisten mag)

(Gustaf Norén - JA, er ist der Bruder der beiden Sänger von Sugarplum Fairy^^)

(Björn Dixgard)


Deep Purple

Zu denen kann ich ehrlich gesagt nicht so viel sagen. Mein Vater meinte später, dass er die gerne gesehen hätte. Aber meine Musik ist es einfach nicht. Nach Mando Diao hatten wir den Bereich vor der Bühne wieder verlassen und ließen uns Airbrush-Tattoos machen. Dann schauten wir der band von weitem noch ein bisschen zu und bekamen dadurch schon mit, dass noch viele Fans - etwas unerwartet - doch geblieben waren und auch die Musiker von Deep Purple waren positiv überrascht und freuten sich über das große Publikum. Sowas finde ich ja immer nett.
 
(Deep Purple freuten sich)

(Airbrush-Tattoo No.1)

(Airbrush-Tattoo No.2)

und Oasis?

Unter den Festivalbesuchern war natürlich das Gerede groß, die meisten ergingen sich in Spottliedern (Smoke on the Water mit dem Text "No Oasis" oder merkwürdigen Spekulationen (statt Oasis eine Rede von Guido Westerwelle).
Einige hatten bei ihren Festivalshirts Oasis mit Deep Purple überklebt, irgendwann wurden beim Merchandise-Stand die Oasis-Shirts weggepackt, offenbar hatte sie niemand gekauft.
Bevor das Festival begann, gab der Veranstalter auf der Bühne noch eine offizielle Erklärung ab, bei der sich auch über das Verhalten der Band beschwerte und die DasDing-Moderatorin machte ein Foto, wie alle Fans den Mittelfinger hoben und wollte dies angeblich an Noel Gallagher schicken.
Auch die Bands äußerten sich. Simon von den Kilians meinte: "Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber scheiß auf Oasis, Mann!" (dazu habe ich auf Youtube ein Video gefunden, die auch die Erklärung des Veranstalters beinhaltet: http://www.youtube.com/watch?v=cC7J4Jcy1xo&feature=related ). Carl von Sugarplum Fairy meinte dazu nur "We are from Sweden. We sit together!" Und er spricht ja aus Erfahrung, schließlich spielt er auch mit seinem Bruder zusammen in der Band.
Und Mando Diao beklagten zunächst den Verlust von Michael Jackson und dann auch den von Oasis, die "schlimmen Krebs hatten". Darauf widmeten sie ihr nächstes Lied "If I Don't Live Today Then I Might Be Here Tomorrow" allen Fans von Oasis, zu denen sie selber gehörten, wie man merkte, auf dass diese ewig leben würden. Davon habe ich auch ein Video gemacht, das ihr hier findet: http://www.youtube.com/watch?v=UdNjgIWc4As&feature=channel

Es war natürlich extrem unglücklich, dass das mit der Trennung die Nacht vor Rock am See passierte. Mir persönlich taten nicht nur die Leute leid, die so viel Geld nur für Oasis ausgegeben hatten, sondern auch der Veranstalter, der im Vorfeld sicher richtig stolz auf sein Line-Up gewesen war und dann mitten in der Nacht noch umdisponieren musste. Deshalb war es auch wirklich toll von Deep Purple, dass sie so kurzfristig eingesprungn waren.
Insgesamt gesehen war das Festival meiner Meinung nach trotzdem sehr gelungen und hat riesigen Spaß gemacht!

Übrigens: Alle Bilder und Videos sind von mir gemacht (bis auf den Vlog von One Fine Day und der Erklärung des Veranstalters). Das sag ich nicht wegen dem Copyright, sondern weil ich stolz drauf bin. Die Bilder liegen auch in sehr viel größer vor, bei Interesse einfach melden.

1.9.09 22:42
 


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