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Aus gegebenem Anlass

Nein, dieser Beitrag beschäftigt sich nicht mit Marcel Reich-Ranicki. Und auch nicht mit der Qualität des Fernsehens – jedenfalls nicht mit dem richtigen Fernsehen. Es geht um Youtube und ein Thema, das im Zusammenhang mit Filmen inzwischen oft genannt wird: Copyright. Vorweg gesagt: ich will damit nicht die Massen an Raubkopieren verteidigen, denn Filme aus dem Internet runterzuladen schädigt schließlich wirklich der Filmindustrie und durch steigende Kinopreise auch dem Filmfan.

Jetzt aber zu meinem eigentlichen Anliegen. Es sind vielleicht allerhöchstens 20% aller Videos auf Youtube, die nicht gegen irgendein Copyright verstoßen. Entweder enthalten sie „geklautes“ Film- oder Audiomaterial. Sein wir doch mal ehrlich: ein Film ohne Ton ist nur halb so interessant. Wenn man jetzt aber selber total unmusikalisch ist, was soll man machen um nicht einen total langweiligen Film hochzuladen? Natürlich unerlegt man ihn mit Musik und dann natürlich auch mit solcher, die einem gefällt. Jetzt gibt es aber ein Programm, das eine Art „Fingerabdruck“ eines Liedes nimmt und alle Videos danach untersucht. Enthält ein Video dieses oder ein sehr ähnliches Lied wird es gesperrt.

Doch das ist nicht die einzige Vorgehensweise, derer sich Youtube neuerdings bedient. Vielen ist sicher Coldmirror bekannt, deren Harry Potter Synchronisationen schon Kult sind. Ihr Account wurde jetzt gesperrt, wegen Copyrightverletzungen von Warner Brothers. Gut, sie hat Filmmaterial benutzt, das ihr nicht gehörte, sondern von besagter Produktionsfirma stammte. Doch was hat sie damit gemacht? Ihn mit neuer Tonspur unterlegt. Es praktisch als neuen Film ausgegeben. Mit welchem Nutzen? Spaß, einfach nur Spaß, für sich und für die Leute, die es sich anschauten. Weder hat sie den Film verbreitet, was ja ein Verlust für Warner Bros. bedeuten würde, noch hat sie damit in irgendeiner Weise Profit gemacht. Und da frage ich mich: Was war jetzt daran das Vergehen? Warum müssen Videos, die bei so vielen Leuten beliebt waren, gelöscht werden, nur weil sie die Szenen nicht selber gefilmt hat? Worüber kann sich Warner beschweren? Sie machen damit schließlich keine Verluste, niemand bereichert sich auf ihre Kosten und eigentlich kann man eine solche Verwendung ihres Filmmaterials doch noch eher als Werbung verstehen. Genauso ist es bei so genannten „Montagen“, wenn Fans Filmszenen zusammenschneiden und mit entsprechender Musik unterlegen. Es ist nichts anderes als kostenlose Werbung für den Film. In gewisser Weise schneiden sich die Filmfirmen ins eigene Fleisch, wenn sie dagegen vorgehen. Genauso Youtube. Gerade wegen solchen Filmen wie Synchronisationen ist Youtube doch so beliebt. Weil man da auch „Kunst“ darstellen kann und es nicht nur, wie bei anderen Filmportalen, 20 000 Filme mit hinfallenden Kindern gibt.

Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass kostenlose Unterhaltung um jeden Preis vermieden werden muss. Das kann doch nicht sein, dass die Leute sich kostenlos Filme anschauen können, die ihnen dann auch noch gefallen. Nein, lieber schauen sie gar nichts, als das kostenlos zu tun. Weil diese ganzen Schauspieler ja überhaupt nicht überbezahlt sind.

Überall geht es nur noch um den Profit. Auch bei Youtube. Wenn die aber so weitermachen, können sie gleich schließen, weil dann sowieso kein Unterschied mehr besteht zu Videoportalen à la Clipfish & Co.  

1.12.08 01:58
 


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